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US-amerikanisches Einwanderungsvisum

Green Card ist der umgangssprachliche Ausdruck für die United States Permanent Resident Card, das US-amerikanische Einwanderungsvisum. Wer eine Green Card erhält, darf zeitlich unbegrenzt in den USA bleiben und arbeiten. Dementsprechend wird der Begriff Green Card inzwischen auch im übertragenen Sinn als Synonym für einen Freibrief jeglicher Art verwendet. Interessanterweise ist die Permanent Resident Card nicht wirklich grün sondern eher sandfarben, sie besitzt lediglich einen grünen Schimmer. Inhaber einer US-amerikanischen Green Card werden offiziell als lawful permanent residents, kurz LPR bezeichnet. Da es sich bei der Permanent Resident Card um ein Einwanderungsvisum handelt, wird von dem Inhaber erwartet, dass er innerhalb einer angemessenen Frist in die USA einwandert. Wird die Karte missbraucht, kann sie entzogen werden. Green-Card-Inhaber, die sich länger als ein Jahr ausserhalb der USA aufhalten wollen, müssen eine Sondergenehmigung beantragen.

greencard

Wer bekommt eine Greencard?

Es gibt verschiedene Wege, um eine unbeschränkte Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung für die Vereinigten Staaten zu erhalten. Die Bewerber werden in folgende Kategorien eingeteilt: EB-1 steht für Personen von nationalem Interesse für die USA, dazu gehören beispielsweise hochqualifizierte Wissenschaftler, Führungskräfte aus der internationalen Wirtschaft oder Spitzensportler. Kategorie EB-2 umfasst Personen des gehobenen Berufsstandes, die einen Hochschulabschluss besitzen und ein Arbeitsplatzangebot eines US-Arbeitsgebers vorweisen können. In die Kategorie EB-3 werden alle Bewerber mit einem höheren Schulabschluss sowie Facharbeiter mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung eingeteilt. Voraussetzung ist auch hier ein Arbeitsplatzangebot einer US-amerikanischen Firma. Allerdings wird vor Erteilung der Green Card der US-Arbeitsmarkt geprüft. Nur wenn kein inländischer Arbeitnehmer für die Stelle gefunden wird, bekommt der EB-3-Bewerber die Permanent Resident Card. Green-Card-Bewerber, die keine besondere Ausbildung absolviert haben, müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen. Die Kategorie EB-4 ist kirchlichen Mitarbeitern vorbehalten. Sie müssen nachweisen, dass sie im Heimatland schon mindestens zwei Jahre für eine kirchliche Einrichtung gearbeitet haben. EB-5 gilt für Investoren, die mindestens zehn neue Arbeitsplätze in den USA schaffen und mindestens 500.000 US-Dollar investieren. Die Green Card wird in diesem Fall erst nach zwei Jahren ausgestellt, wenn die Aktivitäten nachgewiesen werden können. Soldaten, die für die USA kämpfen, aber nicht die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzen, werden als Green-Card-Soldiers bezeichnet. Ex-Präsident George Bush hatte ihnen als Gegenleistung eine beschleunigte Gewährung der Staatsbürgerschaft versprochen. Für Verwandte von US-Bürgern gilt eine Ausnahmeregelung: Eltern, Geschwister und Kinder unter 21 Jahren erhalten das Einwanderungsvisum sofort. Andere Verwandte haben keinen Sonderanspruch, bereits verheiratete Kinder müssen länger warten. Ein Green-Card-Inhaber darf seine unverheirateten Kinder in die USA holen. Eine weitere Sonderregelung gibt es für die Ehepartner von US-Bürgern oder Green-Card-Inhabern: nach der Hochzeit dürfen sie in die USA einreisen. Allerdings kann die Wartezeit bei Ehepartnern von Permanent Residents bis zu fünf Jahre betragen.

Greencard-Lotterie in den USA

Eine Besonderheit ist die Green-Card-Lotterie: jedes Jahr verlost der US-Staat weltweit 50.000 Permanent Resident Cards. Der ehemalige Präsident Ronald Reagan hatte diese Initiative 1987 ins Leben gerufen. Für das so genannte Diversity Immigrant Visa Program kann sich jeder bewerben, der eine abgeschlossene Schulausbildung hat. Die Teilnahme ist offiziell kostenlos, es fallen aber Organisationskosten in Höhe von circa 900 US-Dollar an (Pflichtuntersuchung, Dokumente etc.). Einige Länder, aus denen besonders viele Menschen in die USA (über 50.000 in den letzten fünf Jahren) einwandern, sind von der Greencard Lottery ausgeschlossen. 2009 waren das unter anderem Brasilien, China, Kanada, Indien, Mexiko, Pakistan, Polen, Südkorea und Vietnam.